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Blog Carsten Brzeski

Chart of the Week

Alles entschieden im US-Wahlkampf? | 21.10.2016
Die dritte und letzte Debatte zwischen den zwei großen US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump ist vorbei – und es sieht nicht gut aus für den polarisierenden Milliardär. Denn schon in weniger als drei Wochen wird es zum 58. Mal einen Showdown in den USA geben, doch die Umfragewerte für Trump liegen im Keller. Daran hat die letzte Debatte auch nichts geändert. Doch wer glaubt, dass das Rennen ums Weiße Haus damit gelaufen ist, könnte trotz aller Vorhersagen eines Besseren belehrt werden.

Denn die Geschichte zeigt, dass das Endresultat gerne auch mal ganz anders ausfällt als prognostiziert, wie unser Chart der Woche darlegt. So wichen vor allem in früheren US-Wahlkämpfen die Ergebnisse stark von der Prognose ab wie z. B. in den Jahren 1980, 1992 oder 1996. Und Trump könnte somit vielleicht sogar noch etwas hoffen, wenn er sich den Ausgang des Wahlkampfes im Jahr 1968 anschaut. Obwohl der damalige republikanische Kandidat Richard Nixon in den Umfragen mit 5 Punkten vorne lag, gelang dem Demokraten Hubert Humphrey eine Aufholjagd bis auf einen Prozentpunkt – verloren hat er jedoch trotzdem. Zumindest konnte er sich aber ordentlich an seinen Gegner heranrobben.

 

 

Eine weitere große Einschränkung gibt es jedoch auch noch in der Geschichte der US-Wahlen. Denn in der jüngsten Zeit stimmten die Vorhersagen erstaunlich gut mit dem Endresultat überein. Sowohl 2004 als auch 2008 gab es quasi eine Punktlandung, 2012 fiel die eng vorausgesagte Wahl zugunsten Obamas aus.

Noch ist das Rennen ums Weiße Haus nicht gelaufen, aber die letzte Debatte hat Trump nicht sonderlich geholfen, er hat sich vielmehr weiter ins Abseits manövriert. Seine Chancen sind gering – nichtsdestotrotz ist ein Sieg immer noch nicht komplett ausgeschlossen: entweder auf Basis der Geschichte oder weil er selbst Geschichte schreiben würde.