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Blog Carsten Brzeski

Chart of the Week

Happy End zum Jahresende? | 16.12.2016
Ein turbulentes Jahr nährt sich dem Ende. Ein Jahr, das mit einem Börsencrash in China, mit einstürzenden Rohstoffpreisen, dem DAX unter der Marke von 10.000 Punkten, politischen Spannungen und anhaltenden Flüchtlingswellen begann. Aus den angekündigten vier Zinsschritten der Fed ist einer geworden, die Briten haben sich für einen EU-Austritt entschieden und Donald Trump ist designierter Präsident.

Grund genug, um die Aktienmärkte einmal ordentlich durchzuschütteln. In der Tat ging es in diesem Jahr volatil zu – womöglich am Ende mit einem Happy End? Dabei haben alle Aktienmärkte im Schnitt recht gleichmäßig auf die großen Ereignisse reagiert: mit ordentlich Volatilität, wie unser Chart der Woche zeigt. Aber am Ende war an den Börsen alles auch nur halb so schlimm. Weder das Brexit-Referendum, Trumps Wahlsieg noch das italienische Referendum konnten den Aktienmärkten nachhaltig etwas anhaben. Auch der Dax, Rohstoffpreise und die Börsen in China haben sich von ihren Tiefs erholt. Selbst der Index, der große und mittlere Unternehmen in Schwellenländern abbildet, hat sich nach dem Erfolg des polarisierenden Milliardärs wieder gefangen.

 

 

Dieses Credo könnte sich daher auch für das nächste Jahr bewahrheiten, vielleicht wird der an die Wand gemalte Teufel auch in 2017 nur halb an dieser erscheinen. Denn auch das nächste Jahr wird wieder einiges an spannenden, schrecklichen, turbulenten und immer noch nicht gelösten Themen bereithalten. So besteht die Griechenland-Krise immer noch, die divergierende Zinspolitik zwischen den großen Notenbanken setzt sich fort und könnte Schwellenländer belasten, ebenso befindet sich Chinas Wirtschaft nach wie vor in einer Übergangsphase und so werden sich auch die politischen Spannungen im nächsten Jahr ungehemmt fortsetzen. Mit insgesamt drei Wahlen in Europa und vielleicht noch zwei außerplanmäßigen Neuwahlen in Italien und Griechenland sowie den Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens ist der Politikkalender vollgepackt. Und vielleicht sehen wir in Zuge dessen auch wieder den einen oder anderen schwarzen Schwan – unwahrscheinliche, aber nicht unmögliche Ereignisse – so wie in diesem Jahr.

Noch zwei Wochen bleiben uns bis zum Jahresende. Zwei Wochen, in denen zwar keine großen Ereignisse mehr anstehen, unterschwellig aber noch so einiges brodelt. Eins steht daher jetzt schon beim Blick in die Glaskugel fest: Der volatile Ritt auf Bulle, Bär, Drache, Tiger und sonstigen Tieren wird auch im nächsten Jahr fortgesetzt.