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Blog Carsten Brzeski

Chart of the Week

Alle Jahre wieder | 21.12.2016
Eigentlich sollten die Wochen vor Weihnachten die schönste Zeit des Jahres sein. Kekse und andere Leckereien, Weihnachtslieder und Kerzen, Vorfreude auf ein Wiedersehen mit Verwandten und anderen lieben Menschen. Stattdessen sorgen wir uns um die Zukunft und fragen uns, welche Hiobsbotschaften 2017 wohl für uns bereithalten mag – spätestens nach dem Vorfall am Montagabend auf einem Berliner Weihnachtsmarkt. Und als hätten wir nicht genug damit zu tun, uns mit den großen Sorgen herumzuschlagen, setzen wir uns zu den Feiertagen auch noch selbst unter Druck. Auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken geben wir nicht nur Geld aus, sondern investieren viel Zeit und nehmen viel Stress auf uns, um die Wünsche der Beschenkten möglichst genau zu treffen.

Doch wie unser Chart der Woche nahelegt, könnte diese Suche in vielen Fällen vergeblich sein: So gibt in einer Umfrage der ING-DiBa nur rund jeder sechste Deutsche an, überhaupt einen konkreten Geschenkewunsch für das bevorstehende Weihnachtsfest zu haben – und wo kein Wunsch besteht, kann man auch schwerlich einen treffen. Da ist es beruhigend zu wissen, dass sich die Menschen über das, was dann letztlich unter dem Weihnachtsbaum liegt, trotzdem freuen: Weniger als 12% der Befragten gaben an, im letzten Jahr ein Weihnachtsgeschenk erhalten zu haben, das ihnen nicht gefiel oder für das sie keine Verwendung hatten.

 

 

Vielleicht sind diese Zahlen ein guter Grund, sich bei der Geschenkesuche etwas weniger Druck aufzuerlegen – zumal ohnehin über zwei Drittel der Deutschen der Meinung sind, dass an Weihnachten das Ausgeben von Geld zu sehr im Mittelpunkt steht. Unser Vorschlag: Machen Sie sich weniger Stress auf der Suche nach dem richtigen Geschenk und verbringen Sie die eingesparte Zeit lieber mit den Menschen, die Ihnen wichtig sind. Tanken Sie an den Feiertagen Kraft für ein neues Jahr, das sicher wieder turbulent werden wird. Und lassen Sie sich den klaren Blick für die wirklich bedeutsamen Dinge im Leben nicht von Angst und Verunsicherung trüben – auch und gerade nicht nach Ereignissen wie dem in Berlin.

Damit verabschiedet sich auch unser Chart der Woche in die Winterpause. Im neuen Jahr geht es an gewohnter Stelle weiter. Unser ökonomisches Team wünscht Ihnen, liebe Leser, eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit und alles Gute für 2017.