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Blog Carsten Brzeski

Chart of the Week

Cash bleibt King | 24.05.2017
84% der Deutschen wollen auch in Zukunft nie völlig auf Bargeld verzichten – dies ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der ING-DiBa. In 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA wurden Menschen zu ihren Einstellungen und Gewohnheiten rund um Bargeld, dessen rückläufige Nutzung und die Abwicklung von Zahlungen befragt.

Nur die italienischen Konsumenten können sich ein Leben ohne Scheine und Münzen noch weniger vorstellen. Am anderen Ende der Skala stehen unsere niederländischen Nachbarn – von ihnen halten nur knapp 60% Bargeld für unverzichtbar; der europäische Durchschnitt liegt bei 76%. Zum Teil ist das Festhalten am Bargeld wohl auch praktischen Erwägungen geschuldet, denn gleichzeitig geben europaweit rund 34% an, dass sie nur noch bargeldlos bezahlen würden, wenn es nach ihnen ginge – was aber offenbar nicht immer der Fall ist.

Neben diesen eher langfristig ausgerichteten Fragen ging es im Rahmen unserer Umfrage auch um die ganz konkreten Veränderungen der persönlichen Bargeldnutzung. Neben der Betrachtung bereits erfolgter Veränderungen lohnt dabei auch ein Blick darauf, wie sich die Deutschen ihre zukünftige Bargeldnutzung vorstellen.

 

 

Wie unser Chart der Woche zeigt, liegt zwar der Anteil derjenigen Konsumenten, die nach eigenen Angaben weniger Bargeld verwenden als 12 Monate zuvor, mit 34% höher als noch vor einem Jahr (31%). Der Anteil innerhalb dieser Gruppe, der über die kommenden 12 Monate eine weitere Reduzierung der eigenen Bargeldnutzung erwartet, ist aber geringer als bei der letzten Befragung – auch wenn es noch immer über zwei Drittel sind, so ist doch ein deutlicher Rückgang gegenüber dem letztjährigen Wert von rund 75% zu verzeichnen.

Ähnlich sieht es bei den Befragten aus, die ihre Bargeldnutzung in den vorangegangenen 12 Monaten nicht verringert haben. Ihr Anteil ist minimal von knapp über auf knapp unter 64% zurückgegangen; der Wille, am Bargeld auch weiterhin festzuhalten, ist aber noch einmal ausgeprägter: Gingen im letzten Jahr immerhin noch über 13% aus dieser Gruppe davon aus, in den kommenden 12 Monaten weniger Bargeld zu verwenden, so sind es mittlerweile nur noch rund 8%.

In der Gesamtbetrachtung über alle Befragten zeigt sich, dass der Anteil der Deutschen, die weniger Bargeld verwenden als jeweils 12 Monate zuvor, höher ist als in unseren entsprechenden Umfragen der vergangenen drei Jahre – gleichzeitig ist der Anteil derer, die in den kommenden 12 Monaten ihre Bargeldnutzung reduzieren wollen, nach einem Hoch im Jahre 2016 nun wieder spürbar zurückgegangen. Offenbar ist für viele Konsumenten hierzulande das Ende der Fahnenstange in Sachen bargeldloser Alltag mittlerweile erreicht, auch wenn die genaue Länge dieser Fahnenstange im Einzelfall variiert. Cash bleibt King.