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Blog Carsten Brzeski

Chart of the Week

One and done?
Diese Woche standen mal wieder Zentralbanken im Fokus. Zwar hat die amerikanische Zentralbank (Fed) nicht an der Zinsschraube gedreht, dafür hat Präsident Trump jedoch den Nachfolger für die amtierende Zentralbankchefin Janet Yellen bekanntgegeben. Wenn der Kongress jetzt auch mitspielt, heißt es bald „You are hired, Jerome Powell“. Powell würde dann ab Februar für die nächsten vier Jahre an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt stehen. Doch nicht nur in den USA ging es zentralbanktechnisch rund. Denn in Großbritannien hat die Bank of England (BoE) gestern zum ersten Mal seit 10 Jahren die Zinsen wieder erhöht.

Die wirtschaftliche Performance ist nicht die beste
Der Leitzins steht jetzt bei 0,5%, von 0,25% kommend. Doch dabei sollte es erstmal bleiben. Nicht nur die laut BoE-Zentralbankchef Mark Carney „erheblichen Risiken für den Ausblick“ deuten darauf hin. Auch in der Bexit-Frage ist immer noch zu viel zu unsicher. Und diese Unsicherheit spiegelt sich auch in der Wirtschaftsentwicklung der britischen Inseln wider, wie unser Chart der Woche zeigt. Während die Eurozone diese Woche ein robustes Wachstum von 0,6% gegenüber dem Vorquartal verzeichnen konnte und in diesem Jahr wahrscheinlich um 2,3% wachsen wird, dürfte die britische Wirtschaft nur ein Wachstum von 1,5% verzeichnen.

 

 

Unter anderem wurden in Großbritannien die Konsumausgaben aufgrund des Inflationsanstiegs durch den Einbruch des Pfunds stark zurückgefahren. Zwar hat das Lohnwachstum in jüngster Zeit etwas an Dynamik gewonnen, doch da die Gewinnspannen der Unternehmen immer noch durch hohe Importkosten gedrückt werden, sollten Löhne nicht so schnell anziehen, als dass die gestiegene Inflation vollkommen ausgeglichen werden könnte.

Nur wenn der Brexit gut läuft, kann man über weitere Zinsschritte nachdenken
Um überhaupt über weitere Zinsschritte nachzudenken, steht neben der Lohnentwicklung der weitere Brexit-Prozess im Fokus. Denn der Brexit ist und bleibt nach wie vor die größte Unsicherheitsquelle. Zwar zeichnet sich langsam ein Übergangsabkommen zwischen der EU und Großbritannien ab, dennoch gibt es nach wie vor große Fragezeichen, wie denn so ein endgültiges Abkommen letztlich aussehen wird. Solange hier keine Klarheit herrscht, sollte es vor dem Hintergrund der nach wie vor unsicheren und wackeligen Wirtschaft also bei einem „one and done“ bleiben.