Insights

Blog Carsten Brzeski

Chart of the Week

Immer auf sicher
Die Deutschen sind fleißige Online-Shopper – und greifen zur Bezahlung gerne auf die Dienste von Drittanbietern zurück. Auch in anderen Bereichen sind deutsche Verbraucher den Angeboten von anderen Finanzdienstleistern als ihrer Hausbank gegenüber durchaus aufgeschlossen, jedenfalls im Vergleich zum Rest Europas. Das zeigte sich im Rahmen einer Onlineumfrage der ING in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA.

Fast ein Drittel der deutschen Umfrageteilnehmer (32 %) kauft mindestens einmal pro Woche online ein. Zur Bezahlung der online bezogenen Güter und Dienstleistungen nutzten deutsche Konsumenten besonders gerne Paypal: Im Schnitt wurden rund 48 % der Zahlungen im Online-Shopping über die ehemalige eBay-Tochter abgewickelt. Knapp 22 % der Zahlungen erledigen deutsche Verbraucher über die Eingabe oder Hinterlegung von Konto- oder Kartendaten.

Anteile der Zahlungen im Online-Shopping für verschiedene Zahlungsmethoden bzw. -anbieter, lokale Drittanbieter separat ausgewiesen (gemäß Angaben der Befragten)

 

 

Drittanbieter wie Paypal, AmazonPay oder SofortÜberweisung setzen dabei am Sicherheitsbedürfnis des Kunden an: Weil nur sie und nicht der jeweilige Händler die Zahlungsdaten erhalten, muss der Kunde nur einem einzigen großen Dienstleister vertrauen und sich keine Gedanken über die Datensicherheit vieler kleiner Onlineshops machen. Auf derartige Zahlungsdienste entfallen bereits über 70 % der durchgeführten Zahlungen. Das größte soziale Netzwerk genießt hingegen wenig Vertrauen: 58 % der Deutschen würden auf keinen Fall Zahlungen über Facebook abwickeln.

Generell machen Überweisungsdienste den größten Anteil an den Services von Drittanbietern aus, die Verbraucher in Deutschland und Europa in Anspruch nehmen. Immer noch verlässt sich aber mehr als die Hälfte in finanziellen Angelegenheiten nur auf die Angebote ihrer Hausbank. Das wird allerdings wohl nicht dauerhaft so bleiben: Bei unter 35-jährigen ist es hierzulande nur noch ein Drittel (europäischer Durchschnitt: 44 %). Die Demografie arbeitet also für die Drittanbieter.