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Blog Carsten Brzeski

Die Vertrauensfrage

Bei finanziellen Angelegenheiten spielt für deutsche Konsumenten Vertrauen immer noch die größte Rolle

Was die Nutzung neuer Technologien bei der Inanspruchnahme finanzieller Dienstleistungen angeht, sind Verbraucher in Deutschland deutlich zurückhaltender als im Rest Europas. Während die Verbreitung von Smartphone, Tablet, Smartwatch & Co. annähernd auf dem gleichen Niveau liegt wie im europäischen Durchschnitt, sind die Banking-Nutzungsraten dieser Geräte deutlich niedriger. Dies ist eines der Ergebnisse einer Umfrage der ING-DiBa in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA.

Deutsche Konsumenten, die keine Mobile-Banking-Dienstleistungen nutzen, geben als Grund dafür zu 68 % an, dass ihnen das Vertrauen in die Sicherheit der Technologie fehlt – ein höherer Wert als in jedem anderen Land der Umfrage. Auch wenn die Deutschen also die Annehmlichkeiten neuer Technologien ebenso zu schätzen wissen wie ihre europäischen Nachbarn, tun sie sich doch schwerer als viele andere damit, dieser Technik ihre finanziellen Angelegenheiten anzuvertrauen. Dies passt zu den Ergebnissen unserer letzten Studie „Cash bleibt doch King“, in der die Vorliebe deutscher Verbraucher für Bargeldzahlungen vor allem auf ein mangelndes Vertrauen in die technischen Alternativen zurückgeführt werden konnte.

Das Vertrauen der Deutschen in ihre Banken hingegen scheint ungebrochen zu sein, allen Diskussionen um niedrige Zinsen und hohe Gebühren zum Trotz: Auf der Suche nach verschiedenen neuen Finanzdienstleistungen wäre für 54 bis 64 % ihre Hausbank die erste Anlaufstelle – andere Banken kommen hier auf 5 bis 11 %, namhafte Drittanbieter wie beispielsweise Apple oder Google nur auf 4 bis 7 %. In der Diskussion um „Fintechs“ und Umbrüche im Finanzsektor scheinen Banken durch den Vertrauensvorsprung momentan noch die Nase vorn zu haben.

Im Anhang finden Sie unsere Studie