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Blog Carsten Brzeski

ING-DiBa Studie: Klagen, aber doch Kaufen

Fast 45% der europäischen Verbraucher haben in den letzten 12 Monaten aufgrund der Niedrigzinspolitik ihr Sparverhalten verändert. Das nicht gesparte Geld verschwindet auch nicht mehr nur unter der Matratze oder im Tresor, sondern findet immer mehr seinen Weg in die Wirtschaft. Die EZB kann also zufrieden sein. Das jedenfalls ist eines der Ergebnisse einer Umfrage der ING-DiBa in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA. Im Rahmen der Umfrage wurden fast 15.000 Verbraucher zu ihrem Sparverhalten und ihrer Meinung zum Einfluss des aktuellen Zinsniveaus befragt.

Der Blick auf die verschiedenen Bundesländer zeigt teilweise gravierende Unterschiede innerhalb Deutschlands. Während Sparer im Saarland und in Bremen am stärksten auf die niedrigen Zinsen reagiert haben, bleiben Sparer in Niedersachsen und Mecklenburg- Vorpommern sehr gelassen: Deutlich über 60% geben hier an, ihr Sparverhalten angesichts der Niedrigzinsphase nicht verändert zu haben. Ob das mit der ausgeprägten norddeutschen Gelassenheit zu tun hat, erschließt sich aus den Daten allerdings nicht.

Vor allem in Deutschland machen die Verbraucher das, was die EZB von ihnen erwartet. Sie kurbeln mit ihren liquiden Mitteln die Konjunktur an. Anders als bei den europäischen Nachbarn fließt ein Großteil der freigewordenen Mittel nicht nur in übliche Haushaltsausgaben, sondern auch in sogenannte „besondere Anschaffungen“, wie z. B. Reisen oder ein neues Auto. Laut eigenen Angaben haben deutsche Verbraucher die freigewordenen finanziellen Mittel auch mehr investiert als die europäischen Nachbarn. Es scheint also so, als ob deutsche Sparer sich ihr Leid über die Niedrigzinspolitik der EZB jedenfalls etwas versüßen.

Im Anhang finden Sie unsere Studie „Klagen, aber doch Kaufen“