Circular Economy

Nachhaltiges Wirtschaften zahlt sich aus

Kreislaufwirtschaft und Elektronik

Das Thema Nachhaltigkeit macht auch vor der Elektronikindustrie nicht Halt. Während in anderen Bereichen, wie Lebensmittel, Fashion oder Mobilität Verbraucher bereits ihre Gewohnheiten umstellen, wird auch der Druck auf Elektronikunternehmen immer größer, ihre Geschäftsmodelle an die Kreislaufwirtschaft anzupassen.

Grundsätzlich haben Verbraucher für das Thema Kreislaufmodelle und nachhaltigere Elektronik schon ein stärkeres Bewusstsein entwickelt. Laut dem Circular Economy Report der ING geben mehr als die Hälfte der europäischen Verbraucher an, sie würden keine elektronischen Geräte von einem Hersteller kaufen, der nicht umweltbewusst produziert und handelt. Im asiatisch-pazifischen Raum sind es sogar 61 Prozent der Konsumenten, die Hersteller, die keine ökologische Verantwortung übernehmen, eher meiden würden.

Neue Modelle: Reparatur oder Sharing

Immer beliebter unter Verbrauchern wird das Reparieren von elektronischen Geräten. 70 Prozent der Verbraucher sagen, sie würden ihre elektronischen Geräte eher reparieren lassen, wenn der Hersteller einen günstigen Reparatur-Service anbieten würde. Schweden hat hierzu bereits ein Gesetz erlassen, dass eine geringere Mehrwertsteuer auf Reparaturleistungen von elektronischen Geräten einführt, um Anreize für Verbraucher zu setzen ihre Elektronikartikel länger zu nutzen. Das Modell bietet aber nicht nur für die Verbraucher, sondern auch für Unternehmen Vorteile. Reparaturdienstleistungen können langfristig zu einer tieferen Kundenbeziehung zwischen Verbrauchern und Herstellern beitragen, wenn das Produkt insgesamt länger vom Kunden genutzt werden kann. Außerdem entsteht rund um gebrauchte Elektronikartikel ein neuer Second Hand Markt, den auch Unternehmen der Elektronikbranche für sich nutzen können.

Neben Reparaturdienstleistungen spielt das Modell, elektronische Geräte zu leihen oder zu teilen eine bisher noch untergeordnete Rolle. 78 Prozent der befragten Verbraucher leihen aktuell noch kein elektronisches Gerät. Die Sorge um Datensicherheit und langfristig hohe Kosten schrecken die meisten Verbraucher bisher ab.

Um den Verbrauchern entgegenzukommen und ihnen ihre Sorgen zu nehmen, besteht für Elektronikhersteller also noch Handlungsbedarf. Zum einen sollten sie künftig verstärkt darauf achten, Produkte zur Wiederverwendung und zum Weiterverkauf durch eine verlängerte „Lebenszeit“ der Elektronik zu optimieren. Zweitens sollten Unternehmen das enorme wirtschaftliche Potential der Wiederverwendung von Rohstoffen, die in elektronischen Geräten verbaut sind, stärker nutzen und hierfür die Infrastruktur ausbauen. Schließlich gilt es, (finanzielle) Anreize für Verbraucher zu setzen, sich für Produkte aus der Kreislaufwirtschaft zu entscheiden, beispielsweise durch neue, transparente Finanzierungsmodelle.

Das niederländische Unternehmen peerby ist eines der ersten Unternehmen, das eine Plattform zum Teilen und Leihen von elektronischen Geräten in der unmittelbaren Nachbarschaft aufgebaut hat. Hier lesen Sie, welche Vorteile die Plattform für Verbraucher und Hersteller bietet und wie sich das Kreislaufwirtschaftsmodell künftig noch weiterentwickeln könnte.