Sharing Economy

Nachhaltiges Wirtschaften zahlt sich aus

Wie nachhaltig ist die Sharing Economy?

Sharing-Modelle sind nicht nur finanziell attraktiv, sondern stehen auch für eine umweltfreundlichere Wirtschaft und einen nachhaltigen Konsum. Teilen sich mehrere Menschen ein Produkt, werden insgesamt weniger Ressourcen gebraucht und die Umwelt geschont. Dass das Modell allerdings auch Schwächen aufweist, zeigt eine neue Studie der ING.

Immer mehr Menschen nutzen Sharing-Plattformen, um beispielsweise Autos, Häuser oder Haushaltsgeräte auf Zeit zu nutzen. Allerdings führt dies nicht automatisch zu einem positiven Effekt für die Umwelt. Im Gegenteil: Verbraucher neigen dazu, Produkte, die sie teilen, schneller wegzuwerfen oder zu ersetzen.

Warum werfen wir gemeinsam genutzte Produkte schneller weg?

Die Studie geht davon aus, dass Konsumenten Produkte, die sie mit anderen teilen, schneller als verbraucht und minderwertig ansehen, im Vergleich zu Produkten, die sie alleine besitzen und nutzen. Dafür muss das Produkt nicht physisch beschädigt sein, das Teilen mit anderen reicht aus, um dieses subjektive Gefühl auszulösen.

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man Dinge besitzt und diese regelmäßig mit anderen teilt oder sich eine Gemeinschaft Produkte zusammen kauft, um diese zu teilen. Das heißt, egal, ob jemand seinen eigenen Rasenmäher mit seinen Nachbarn teilt, oder sich die Nachbarschaft gemeinsam einen Rasenmäher kauft, die Bereitschaft, das Produkt schneller zu ersetzen, ist in beiden Fällen gleich hoch. Erst die Kombination aus individuellem Besitz und Nutzung hält Verbraucher davon ab, das Produkt zu früh zu entsorgen.

Aufklärung und verbesserte Produktentwicklung sind notwendig

Die erhöhte Bereitschaft von Verbrauchern, gemeinsam genutzte Produkte schneller wegzuwerfen und zu ersetzen, wirkt dem ressourcenschonenden Prinzip der Sharing Economy entgegen. Hier sind die Politik und die Unternehmen gefragt, Verbraucher über den Lebenszyklus der Produkte aufzuklären und ein Bewusstsein für nachhaltigere Konsumentscheidungen zu schaffen. Hierbei könnte beispielsweise schon in der Produktentwicklung darauf geachtet werden, objektive Indikatoren für die Alterung von Produkten für Verbraucher sichtbarer zu machen, damit Produkte nicht vorschnell weggeworfen oder ersetzt werden.