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ING Wholesale Banking - Lösungen für Großkunden

PSD 2: Dynamische Zeiten stehen an

Die neue Zahlungsdiensterichtlinie PSD 2 zeigt, dass Regulierungen den Banken auch große Möglichkeiten eröffnen können.

Zum Januar 2018 wird mit PSD 2 eine neue Zahlungsdiensterichtlinie in Kraft treten. Banken werden erstmals verpflichtet, Schnittstellen einzurichten, die sogenannten TPPs (Drittanbietern, also etwa auch Fintechs) ermöglichen, auf Wunsch des Bankkunden Zahlungen zu veranlassen oder Kontoinformationen abzurufen. Die neuen Mitspieler können den Bankkunden auf diese Weise eigene digitale Dienstleistungen anbieten.

Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, wie die Zukunft nach dem Inkrafttreten von PSD 2 aussehen könnte, lud Kate Pohl, Head of Payments Innovation, ING Wholesale Banking Germany and Austria zu einer Podiumdiskussion anlässlich der Veranstaltung „The Future of Cash Management“ in Mannheim ein. Das Panel mit dem Titel „Regulierung als Treiber von Innovation und Digitalisierung“ bestand aus vier Experten von der European Banking Association, Arvato, Traxpay AG und PPRO Group.

Gute Nachrichten für Kunden

Das Besondere an PSD 2 ist die Tatsache, dass die Regulierung darauf abzielt, mehr Möglichkeiten für Drittanbieter und Banken zu schaffen, anstatt diese zu begrenzen. Banken können ihren Kunden zukünftig einfacher und schneller innovative Produkte und Services von Drittanbietern zur Verfügung stellen. „Die gute Nachricht für Privat- und Firmenkunden ist, dass sie zukünftig mehr Wahlmöglichkeiten haben werden, wie sie Zahlungen tätigen und Bankinformationen erhalten“, sagte Kate Pohl.

„Die Kunden profitieren in erster Linie davon, dass ihnen Produkte angeboten werden, die von Fintechs oder Technologieunternehmen entwickelt wurden, die aber auch das gleiche Vertrauen und die gleiche Verlässlichkeit wie Banken bieten“, sagte Thomas Egner von der European Banking Association. „Die Banken haben Vertrauen bei den Kunden aufgebaut und sollten sich fragen, was sie mit diesem Vertrauen anfangen können. Sie werden sich in einem völlig anderen Wettbewerb mit anderen Banken befinden“, so Egner weiter.

Was kommt noch

B2B-Fintechs werden eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung neuer Programme spielen, insbesondere wenn sie mit Banken zusammenarbeiten. ING hat bereits mit über 100 Fintechs in Vorbereitung auf PSD 2 eine Beziehung aufgebaut. Es ist aber auch sehr gut möglich, dass große Technologieunternehmen wie Google, Facebook und Amazon in das Zahlungsgeschäft einsteigen. Sie bieten Globalität, hohe Sicherheit und haben das Geld zu experimentieren. 

Die Podiumsteilnehmer sind sich sicher, dass dies nicht die letzte Änderung der Regulierung sein wird: „Eines ist sicher, PSD 3 wird kommen“, sagte Markus Rupprecht von Traxpay. Die Banken werden lernen müssen, wie sie vorgehen, wenn PSD 2 wirksam wird, da es höchstwahrscheinlich Verbesserungen erfordert. Selbiges war nach Inkrafttreten von PSD 1 der Fall. Zu den Themen, die Herausforderungen darstellen könnten, gehören unter anderem Cybersicherheit und Benutzerfreundlichkeit. „In zwei Jahren erwarte ich viel Chaos, in drei Jahren wird es sich langsam stabilisieren und in fünf Jahren werden viele neue Produkte auf den Markt kommen“, sagte Christian von Hammel-Bonten von der PPRO Group. 

Die Anwendungen und Programme, die sich nach PSD 2 ergeben werden, werden ebenfalls sehr unterschiedlich sein, da das Kundenerlebnis immer wichtiger wird. „Man merkt, dass es bei den Banken einen riesigen Unterschied in der Weitsicht gibt“, sagte Markus Rupprecht. Eine Möglichkeit, dies zu tun, könnte darin bestehen, das Denken der Netzwerkökonomie in die Mentalität des Bankwesens einzubinden. „Als Konsument will ich nicht 20 Apps für 20 verschiedene Dinge benutzen. Ich möchte eine App, die alles kann.  Das ist die Traumwelt“, sagte Christian von Hammel-Bonten. Friedrich Kalthoff von Arvato fügte hinzu: „So gibt es eine große Chance für Banken, sich neu zu positionieren.“

Stärken und Schwächen
von Fintechs

Fintechs können Banken innovative Lösungen liefern, sie können aber auch zu Konkurrenten werden. Andreas Becker, Leiter Kunden & Produkte bei der ING, verrät Ihnen im Gespräch bei FINANCE-TV, wo die Stärken und Schwächen von Fintechs liegen.

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Aktuell haben in Deutschland 103 von insgesamt 544 Fintechs das Firmenkundengeschäft der Banken als Zielgruppe. Unsere Studie zum B2B-Fintech-Markt in Deutschland gewährt erstmals spannende Einblicke in ihre Geschäftsmodelle und ihre bisherigen Erfahrungen.

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